Der internationale Verbund von Internet-Beschwerdestellen INHOPE hat für 2010 erstmals einen eigenen Jahresbericht (PDF-Datei) herausgegeben. Über ein neu eingerichtetes Datenbanksystem, das INHOPE Report Management System (IHRMS), hat die International Association of Internet Hotlines demnach im vergangenen Jahr 24.047 Hinweise auf Inhalte im Netz verarbeitet, die einen sexuellen Missbrauch von Kindern zeigen. Damit seien die Erwartungen rund um die Leistungsfähigkeit des Systems in seiner Anfangsphase übertroffen worden, heißt es in dem Report. Weil in die Datenbank Informationen von Hotlines aus aller Welt eingingen, werde es möglich, ein “detailreicheres und genaueres Bild der globalen Verbreitung” von Kinderpornographie zu erstellen.
INHOPE gehören mittlerweile 39 Hotlines in 34 Ländern an, darunter auch hierzulande die gemeinsam vom Verband der deutschen Internetwirtschaft eco und der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimediadiensteanbieter (FSM) betriebene Hotline. Vertreten sind auch viele andere EU-Mitgliedsstaaten sowie Australien, Japan, Kanada, Russland, Südafrika, Südkorea oder die USA. 2009 waren es noch 36 Meldepunkte in 31 Nationen. Leitgedanke des 1999 mit EU-Fördermitteln gegründeten Verbunds ist, dass international als rechtswidrig eingestufte Inhalte möglichst auch weltweit bekämpft werden sollten. So scheint es wenig erfolgsversprechend, wenn etwa die deutsche Beschwerdestelle direkt versuchte, gegen Kinderpornographie auf einem russischen Server vorzugehen und auf deren Entfernung zu drängen. Eine Hotline vor Ort könne hier einfacher tätig werden. Zwischen den nationalen Einrichtungen wird dabei über die INHOPE-Zentrale in Amsterdam kommuniziert.
Um Informationen über Darstellungen sexuellen Missbrauchs im Web besser zu sammeln, richtete INHOPE das IHRMS neu ein. Bis Ende Dezember waren daran 27 Meldepunkte angeschlossen. Bei neun Prozent der erfassten Hinweise handelte es sich um Duplikate. 77 Prozent bezogen sich auf Darstellungen weiblicher Opfer, 11 Prozent auf männliche. 4 Prozent der ausgemachten Missbrauchsbilder zeigten Kleinkinder, 71 Prozent Kinder vor der Pubertät und 25 Prozent Jugendliche. 78 Prozent der gemeldeten Inhalte waren frei verfügbar, für die restlichen 22 Prozent musste gezahlt werden. 44 Prozent der Angebote konnten laut der Statistik nach zwei Tagen entfernt werden, weitere 9 Prozent nach drei Tagen. Nach acht Tagen sind insgesamt knapp 80 Prozent der inkriminierten Materialien gelöscht. 7 Prozent verschwinden erst nach einem Zeitraum, der länger als zwei Wochen reicht, aus dem Web.
Das Erfassungssystem will INHOPE künftig so weiterentwickeln, dass es automatisch kontrollieren kann, ob und wann Inhalte gelöscht wurden und ob sie möglicherweise an anderer Stelle wieder auftauchen. Als weitere “Meilensteine” vermeldet der Bericht, dass Microsoft seine “strategische Partnerschaft” mit dem Verbund verlängert und die Mobilfunkallianz GSMA einen Leitfaden zur Einrichtung und zum Betrieb einer Beschwerdestelle herausgegeben hat. Ferner seien in Europa sieben Trainingskurse für Hotline-Mitarbeiter durchgeführt worden.
Guttenbergs tiefer Fall: Ist das Internet schuld?
Dr. Claudia von Gerstenberg schreibt in einem Artikel über die Frage der Macht des Internets in einer modernen Gesellschaft.
Mich nervt das Dauerthema Guttenberg sehr, doch komme ich als mündiger IT-Bürger nicht drum rum, mich mit dieser Fragestellung intensiver zu beschäftigen.
Frau Dr. von Gerstenberger geht auch auf die Witzekultur des Internets ein und wie diese den Ruf von Herrn Guttenberg mit beeinflusst. Auch mir ist das extrem in den letzten Wochen aufgefallen: Sämtliche Social Media Medien und auch Startseiten von relevanten Newsmaschinen. Witze über Witze zum Thema Plagiat und Guttenberg.
Ich stelle mir die philosophische Frage: Wie stark wird das Internet in Zukunft wichtige Personalfragen in öffentlichen Ämtern mit beeinflussen?
Wird es online Abstimmungen geben (eher nicht.)? Werden Websites für Personen eingerichtet, auf der jeder der Netzgemeinschaft Geheimnisse und Informationen über diese Person veröffentlichen kann? Weil: Die Person steht im öffentlichen Interesse und ist somit relevant für jede Nachricht… .
Wie weit wird sich das ethische Gefüge Deutschlands noch verändern?
Google wankt - Der Riese der zu schnell wuchs?
Google musste in den letzten Jahren so einige Pleiten verkraften. Verschiedenste Projekte wurden gelauncht, jedes Mal ein künstlicher Hype ausgelöst, der aber die meisten garnicht interessierte. Was darauf folgte: der Flopp.
Das wissen die meisten, denn Google kann sich das auch leisten.
Innovative Produkte erfinden, und abwarten, ob die User schon bereit für diesen Sprung sind. Wenn dann 60 oder 70% der Projekte nicht zünden, ist das ncht weiter tragisch für den Milliardengigant. Seine Werbeeinnahmen liefern eine konstante Einnahmequelle, die solche Experimente ermöglichen.
Jetzt hat es aber die Infrastruktur von Google getroffen. Auch keine Cashcow, jedoch ein sensibles Thema für die User. Das eMailfach von Google Mail. Mehr als 100 000 betroffene User können momentan nicht auf ihre eMails zugreifen. Am Wochenende ist es aus noch ungeklärten Gründen passiert. Die besagten eMailkonten waren schlicht verschwunden. Gelöscht? Geklaut? Gesperrt? Der (dumme) User weiß es nicht, solange Google nicht erklärt, was, wieso passierte.
Dummerweise haben einige Unternehmen komplett auf Google Mail umgestellt - und ja - diese Unternehmen sind jetzt schwer eingeschränkt in ihrer Arbeit und verlieren, der Gott des Internets möge es wissen, Geschäftskontakte.
Google bedauert das Geschehen und verspricht mit Hochdruck an einer Lösung zu arbeiten. Was mich viel mehr interessiert: Wann stürzen sich die Deutschen wieder auf die “böse Datenkrake” die jetzt auch unsere eMails, unsere Geheimnisse, unsere intimen Informationen, die wir mit anderen teilen, einfach so verliert?
Ich für meine Teil schaue nur zu, und schreibe mit meiner Feder und Tintenfass weiter an meinem Blog.
Danke und Out
1 Million Schadenersatz wegen unlizenzierter Software
Lächerliche Summe, denn welche Agentur, oder welches Unternehmen hat nicht schon einmal Photoshop oder Final Cut Pro oder XY OHNE Lizenz für sich verwendet. Die jetzt eingeklagten knapp eine Million Euro Schadenersatz scheint mir doch eher nur die kleine Spirte eine riesigen Eisberges zu sein.
Das Risiko für “Software-Schnorrer”, entdeckt zu werden, ist der BSA zufolge in den Großstädten Hamburg und Berlin besonders groß. Dort habe die Zahl der Hinweise im Verhältnis zur Einwohnerzahl um mehr als das Doppelte über dem Bundesdurchschnitt gelegen. Die meisten Fälle in absoluten Zahlen seien wie in den Jahren zuvor in Nordrhein-Westfalen mit 20 und Bayern mit 18 Prozent gemeldet worden. Auch bei der Zurechnung der Lizenzverstöße auf einzelne Branchen habe es “zwei klare Spitzenreiter” gegeben: Die meisten Hinweise auf die Nutzung illegaler Software betrafen laut der Vereinigung den Dienstleistungssektor mit 13 und den Bereich “Werbung/Medien/Agenturen” mit 11 Prozent. Insgesamt seien 2010 in Deutschland 16.500 Rechner verschiedenster Unternehmen Gegenstand der Ermittlungen gewesen.
In der Region Europa, Naher Osten und Afrika lag die Gesamtsumme der Schadenersatzzahlungen im vergangenen Jahr gemäß der BSA-Statistik bei 7,7 Millionen US-Dollar. Die Kosten für den Nacherwerb fehlender Lizenzen erreichten rund 10 Millionen US-Dollar. Insgesamt hätten die Gesamtkosten für die Ertappten 1,5 Millionen US-Dollar über denen aus dem Vorjahr gelegen.
Der zuständige BSA-Direktor Georg Herrnleben zeigte sich zufrieden mit der Entwicklung des “Rechtsprogramms” der BSA nebst dem Ergebnis einer TV-Kampagne. Den Gesetzgeber rief er auf, eine Möglichkeit zu schaffen, für den Ersatz des entstandenen Schadens pauschal eine doppelte Lizenzgebühr verlangen zu können. “Kosten für die Aufdeckung und Verfolgung der Piraterie sowie die Durchführung von Aufklärungskampagnen” müssten einbezogen werden können. Bislang sei diese Art der Berechnung hierzulande nur in seltenen Ausnahmefällen erlaubt.
Zurück in die Zukunft oder Cyber-Sicherheitsstrategie der Bundesregierung
Und wieder einmal hat die Bundesregierung aka. die Politik gezeigt, dass sie keinen nennenswerten Plan vom Internet hat. Das zeigt mir schon die Betitelung “Cyber-Abwehrraum”, wie Herr de Maizière so schön sagte. Wenn es nach ihm ginge, würde schon längst ein neuer Atombunker gegen Cyberterrorangriffe gebaut werden. Ausschließlich für Mitarbeiter des Bundestages versteht sich.
Das neue Cyber-Abwehrzentrum soll dem CDU-Politiker zufolge beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufgehängt werden. Direkt eingebunden sind die Bundesämter für Verfassungsschutz und Katastrophenschutz mit jeweils zwei Mitarbeitern, während das BSI sechs Stellen einbringt. Die Institution sollen vor allem, “Informationen zusammentragen”, führte de Maizière aus. Wenn ein Angriff auf das Regierungsnetz oder eine Wirtschaftseinrichtung passiere, könne er “alle anderen auch betreffen, besonders beim Nutzen gleicher Betriebssysteme”. Es sei daher wichtig zu wissen, “welche technische Konfiguration dahintersteckt”.
Die konkrete technische Abwehr von Attacken soll dem Minister zufolge unabhängig vom Angreifer stattfinden. Dafür sei das BSI zuständig. Die Zerstörung von Servern, von denen Attacken ausgehen, gehöre nicht zum Aufgabenspektrum des Zentrums. Es sei klar vereinbart worden, dass die Zuständigkeiten der einzelnen Ressorts und somit auch des Bundesverteidigungsministeriums gewahrt blieben. Es bleibe bei einer “strikten Trennung” zwischen innerer und äußerer Sicherheit. Bei der Analyse und Rückverfolgung von Angriffen sei dann zu prüfen, erläuterte de Maizière, “ob das dem Verfassungsschutz bekannt vorkommt” oder Unternehmen bereits ähnliche Informationen gemacht hätten. Dafür brauche es “auch technische Fähigkeiten, aber noch keine Verteidigungslinie”.